Radloff W. Zur Geschichte des türkischen Vokalsystems // [Mélanges asiatiques. Tirés du Bulletin de l’Académie Impériale des sciences de St.-Pétersbourg. Tome XI (1895—1901). St.-Pétersbourg, 1901. С. 707–744] = BAIS 1901 Avr. XIV, № 4, 425–462.
Herr Dr. Karl Foy sucht in einer Abhandlung: «Türkische Vocalstudien besonders das Köktürkisсhe und Osmanische betreffend» nachzuweisen, dass meine Auffassung über die Ursprünglichkeit der Vokale ä und i in den Stammsilben türkischer Wörte r eine irrige ist. Hätte der Verfasser sich begnügt das Vokalsystem der Süddialekte, in denen er viel bewanderter ist als ich, zu untersuchen, so hätte sein auf wissenschaftlicher Untersuchung begründeter Nachweis, dass das Schwanken der Vokale ä und i in den Süddialekten viel verbreiteter, und von höherem Alter ist, als ich bis jetzt angenommen hatte, einen sehr schätzenswerthen Beitrag zur Kenntniss des Vokalsystems der Türkvölker und seiner Entwickelung geliefert und würden diese von ihm angeführten Thatsachen von mir mit grosser Befriedigung einspruchslos angenommen worden sein. Leider ist Herr Dr. Foy weiter gegangen, als die ihm zu Gebote stehenden Thatsachen erlauben. Er hat eine von der meinigen durchaus abweichende Theorie über die E n twickelung des türkischen Vokalsystems überhaupt anfgestellt und in einem Anhänge unter d er Ueberschrift «Hauptresultate» diese Theorie in 11 Punkten genau präcisirt zusammengestellt. Diese meiner Ansicht nach au f schwachen Füssen stehende Theorie zwingt mich, meine Auffassung der Entwickelung des türkischen Vokalsystems hier noch einmal kurz zusammenzufassen und in den streitigen Punkten näher zu begründen...